Gedankenstop im Alltag

Gedankenstop_braunWie im vorangegangen Beitrag angekündigt, findet ihr hier eine Auswahl von Übungen, um euch im Alltag in Achtsamkeit zu üben und dem Denker in uns mal eine Pause zu gönnen.

Am Morgen – der Weg ins Badezimmer
Der Wecker klingelt: Mach dir bewusst das dein Tag jetzt beginnt und das es ein guter Tag wird. Jetzt richtest du deine Aufmerksamkeit auf deine Füße, wie ein Fuß nach dem anderen den Boden berührt und du dein ganzen Körpergewicht beim Aufstehen auf die Füße verlagerst. Nimm wahr wie sich der Boden unter den Füßen anfühlt, warm oder kalt – sei ganz bei deinen Füßen auf dem Weg ins Badezimmer und wenn du dort angekommen bist, spür noch mal ob sich etwas am Gefühl unter den Fußsohlen verändert hat, z.B. durch das Betreten der Fliesen. Sei nett zu dir! Jetzt dein Spiegelbild anlächeln und der Tag kann beginnen!!! Solltest du noch nicht wirklich wach sein nachdem der Wecker geklingelt hat und du die Übung vergessen haben, dann erinner dich einfach auf dem nächsten Weg, z.B. vom Bad in die Küche an die Übung und beginne mit der Wahrnehmung deiner Füße auf dem Weg dorthin.

In der Mittagspause – mal loslassen
Die Lösung steckt schon im Wort. Wie heißt das Wort MittagsPAUSE! Ich hoffe ihr nutzt die Mittagszeit auch wirklich für eine Pause. Etwas essen und für mindestens 30 Minuten nicht an die Arbeit denken und auch nicht mit Kollegen darüber reden.

Bevor du jetzt wieder an den Schreibtisch gehst, nimm dir mal drei Minuten nur für dich:
Setz dich an deinen Schreibtisch oder Draußen auf eine Bank. Stell dir zum Beispiel ein Schiff oder einen Güterzug oder Blätter auf einem Fluss vor. Je nachdem welches Bild dir am besten gefällt, mit dem arbeitest du in den nächsten 3 Minuten während du deine Gedanken beobachtest. Der erste Gedanke der jetzt kommt, den lädst du einfach auf einen Container des Zuges und schickst ihn weg – lass ihn los. Der nächste Gedanke kommt auf den nächsten Container und fährt ebenso davon. Du kannst deine Gedanken auch einfach auf das Blatt im Fluss oder Bach legen und wegschwimmen lassen. Ich persönlich visualisiere mir am liebsten Luftballons in den schönsten Farben. Ich binde die Gedanken an die Schnur des Ballons und lasse ihn dann wegfliegen. Die Übung eignet sich auch sehr gut, wenn man abends schlecht einschlafen kann, denn auch hier wird oft noch viel zu viel gedacht.

Am Nachmittag – etwas genießen
Das Essen eines Apfels oder einer Banane ganz bewusst in Achtsamkeit und du wirst feststellen, ein Apfel hat noch nie so geschmeckt wie in diesem Moment. Achte dabei darauf, was du siehst, was du riechst, wie der Apfel sich in der Hand anfühlt. Achte auf das Geräusch wenn du zubeißt und wie es sich an den Zähnen und im Mund anfühlt, achte auf den Geschmack. Nimm wahr was wahrzunehmen ist, ohne zu werten!!! Tue nichts weiter als einen Apfel essen!

Am Abend – das Abenteuer Zähneputzen wagen
Versuchen wir es noch mal mit dem Zähneputzen!! Sollte dich diese Übung schon zu sehr demotiviert haben, dann nimm den Weg vom Badezimmer ins Schlafzimmer in Achtsamkeit, oder das Duschen, Haare waschen, oder andere Tätigkeiten die dir für diese Übung einfach erscheinen. Wichtig ist dabei immer, das du dich nur darauf konzentrierst, was du gerade in diesem Moment tust, mit allen Sinnen.

Geduld und etwas Übung bringen den Erfolg
Sei geduldig mit dir. Bleib am Ball und übe weiter, wenn es beim ersten Mal nicht gleich gelingt. Selbst wenn du nur zwei Gedanken mit dem Schiff oder dem Luftballon wegschickst, hast du schon was geschafft. Eine Erdbeere in Achtsamkeit essen oder Fünf Treppenstufen im Hier und Jetzt nach oben steigen oder 30 Sekunden lang bewusst Zähneputzen ist ein Anfang und wird dich ans Ziel bringen! Bei regelmäßigem Üben wirst du einen ganzen Apfel schaffen, ein ganzes Treppenhaus hoch steigen und 3 Minuten lang Zähneputzen ohne das der plappernde Verstand und der kreischende Papagei dich ablenken und dich unterbrechen. Je mehr du lernst, für jeden Moment dazusein, um so entspannter und ausgeglichener wirst du.

Viel Freude beim Üben und lasst mich wissen, wie ihr mit den Übungen zurecht kommt!

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